Passgenaue Hilfen für junge Menschen brauchen starke Netzwerke und stabile Programme

Angenehm überrascht zeigte sich der örtliche SPD-Landtagskandidat Ernst-Wilhelm Rahe bei seinem Besuch des „Arbeitskreises Ausbildungsproblematik und Erwerbslosigkeit junger Menschen“ (ArA) im Kreis Minden-Lübbecke. Er selbst hatte mit einer kleinen Gruppe von Mitstreitern dieses Netzwerk vor rund 25 Jahren gegründet und freute sich nun über die Trägervielfalt, die sich seit dieser Zeit entwickelt hat.

Eingeladen hatte der Lenkungskreis um Willy-Heinrich Busch vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelischen Kirche von Westfalen.

„In dieser Zeit hat sich viel getan, um jungen Menschen den Übergang von der Schule zum Beruf zu erleichtern und Ausbildungswege auch in schwierigen Lebenssituationen zu ermöglichen“, so Rahe.
Gleichzeitig zeigte er sich besorgt darüber, dass die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Förderprogramme die notwendigen passgenauen Lösungen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz verhindern.
Beim Treffen in den Räumen des Vereins für berufliche Bildung in Lübbecke bestätigten die Mitglieder des Arbeitskreises dieses Problem.

Beim Übergang von der Schule in den Beruf sowie bei der Unterstützung von Jugendlichen seien viele Akteure beteiligt.
Schulen und Berufskollegs, Arbeitsamt und Berufsberatung, Pro Arbeit und Jugendamt des Kreises, Industrie und Handwerk sowie die verschiedenen Träger von berufsbildenden Maßnahmen.
Darum seien Netzwerke wie ArA notwendig, um gemeinsame Ziele zu entwickeln und die notwendigen Hilfen zu organisieren.

Kritisiert wurde ferner, dass die Förderprogramme von Bund, Land und Kommunen in der Regel mit kurzen zeitlichen Befristungen eingerichtet werden. „Das verursacht viel Zeit für die Entwicklungsarbeit und die Konzeption für immer neue Maßnahmen. Zeit, die uns für die Arbeit mit den Jugendlichen fehlt“, so ein ArA-Mitglied, das sich gleichzeitig für mehr Kontinuität und längere Laufzeiten der Programme sowie für eine bessere Abstimmung unter den beteiligten Behörden und Ministerien aussprach.

Landtagskandidat Rahe bestätigte dieses Dilemma: „Ich habe den Eindruck, dass auch hier, wie in so vielen anderen Arbeitsfeldern in der Sozialen Arbeit viel Geld und Energie aufgebracht werden muss, um Zuständigkeitsfragen zu klären. Das hilft aber keinem jungen Menschen. Darum brauchen wir individuell abgestimmte Hilfen für jeden Jugendlichen. Die Finanzierungs- und Zuständigkeitsfragen müssen dann die Behörden untereinander klären und zwar nicht auf dem Rücken der Betroffenen.“, betonte er auch vor dem Hintergrund seiner beruflichen Erfahrungen als Organisationsberater für gemeinnützige Einrichtungen.