Gebt den Kindern ihre Kindheit zurück !

E.-Wi. Rahe ca. Sommer 1963

Spielend den Alltag entdecken, durch das Dorf ziehen, mit Gleichaltrigen die Geheimnisse der Welt erobern…
Ich bin doch sehr froh, in einer Zeit aufgewachsen zu sein, in der man als Kind auch noch Kind sein konnte.

Heute: Einschulung mit 5 Jahren, Sprachförderung (ist übrigens die einzig sinnvolle, aber schlecht umgesetzte bildungspolitische Entscheidung der Landesregierung) und dann die erste wichtige Lebensentscheidung oft schon vor dem 9. Geburtstag.

Kein Wunder, dass sogar schon im 2. Schuljahr Nachhilfeunterricht angesagt ist, denn die verbindliche Schulprognose entscheidet schon (zu) früh über den weiteren Lebensweg.

Der Elternwille ist nicht mehr gefragt! Wenn doch, wird eine Prüfung gefordert: „Prognoseunterricht“.

Dann: Kopfnoten und Zensurenstress. Das Abitur am Gymnasium muss bis zum 12. Schuljahr erledigt sein. Es bleibt keine Zeit für Hobbys, die (gerade in der Pubertät) der Persönlichkeitsentwicklung eine Richtung geben: Kirchliche Jugendarbeit, Sport, Musik oder ehrenamtliches Engagement.

Nach dem Abitur: Bachelor- und Masterstudiengänge. Prüfungen über Prüfungen in einem verschulten Studium.

Keine Zeit, für studentische Arbeitsgruppen und keine Zeit für lange Diskussionen mit anderen Studenten. Keine Zeit, um nach der dritten Flasche Rotwein endlich gemeinsam die Zusammenhänge in der Welt zu verstehen und sich dann mit dem Professor am nächsten Morgen darüber kritisch auseinander zu setzen.

Wissen statt Bildung? Pauken statt Lernen? Diese „Bildungspolitik“ geht in die falsche Richtung! Gebt den Kindern ihre Kindheit zurück!

Hier der Kommentar in der Originalfassung: