„Jung kauft Alt“ belebt Ortschaften

Andreas Homburg, Ernst-Wilhelm Rahe, Inge Howe, Karl-Heinz Haseloh

Wie bewältigen Städte und Gemeinden im ländlichen Raum den demographischen Wandel? Wie können Politik, Verwaltung und Bürger gemeinsam Strategien entwickeln, um Ortschaften und Dörfer auch in Zukunft funktionsfähig zu halten? Und wie schafft man es, gerade jüngere Menschen und vor allem Familien die Entscheidung für den Verbleib im Ort oder den Umzug "aufs Land" zu erleichtern?

Diese(n) Fragen stellen sich derzeit viele Kommunalpolitiker, und zu diesem Themenkomplex hatte jetzt auch die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) Minden-Lübbecke zu einem Informations- und Diskussionsabend eingeladen.

An einem konkreten Beispiel wollten so etwa 60 SPD-Landes- und Kommunalpolitiker, Experten und interessierte Bürger praktisch erfahren, wie man hier Akzente setzen und steuern kann.

Nach einer Einführung durch den Initiator des Abends, MdL Karl-Heinz Haseloh, präsentierte Andreas Homburg, Amtsleiter für Entwicklung und Wirtschaftsförderung der Gemeinde Hiddenhausen, faktenreich und anschaulich das erfolgreich laufende Projekt "Jung kauft Alt".

Mit diesem Ansatz unterstützt und erreicht die ostwestfälische Nachbargemeinde, dass bereits frei stehende oder potentiell künftig frei werdende Wohnhäuser neue Besitzer finden und so lebendige Ortschaften "von unten" gesichert werden.

"So schaffen wir es, Umwelt-Ressourcen zu schonen, Nachhaltigkeit zu praktizieren, den Strukturwandel frühzeitig anzugehen und unsere kommunale Infrastruktur, wie etwa Kindergärten, Schulen zu sichern", beschrieb Homburg die Strategie. Durch finanzielle Förderung der Gemeinde werden so junge Familien gehalten und neu gewonnen, die Werthaltigkeit der Altbauten und eine gute Wohnqualität erreicht und in den Ortschaften gemischte Eigentumsstrukturen erhalten.

"Eine richtungsweisende Idee, die beispielhaft zeigt, wie sich Kommunen dem demograpischen Wandel stellen können: Sie müssen allerdings auch finanziell dazu in der Lage sein", verwies die heimische Landtagabgeordnete Inge Howe auf den hierfür notwendigen Handlungsrahmen, der von Land und Bund nicht noch weiter geschmälert werden dürfe.

Inhaltlich jedenfalls waren sich die Anwesenden einig: "Wir müssen auch bei uns im Mühlen-kreis solche und andere, möglichst aufeinander abgestimmte, Einzelmaßnahmen und Gesamtkonzepte (weiter)entwickeln, um einzelne Ortschaften und den ländlichen Raum insgesamt lebendig und lebenswert zu erhalten", fasste der Moderator des Abends, SPD-Landtagskandidat Ernst-Wilhelm Rahe, die Diskussion zusammen. Die SPD-Kommunal-politiker wollen sich künftig dieses Thema noch stärker zu eigen machen und vor Ort entsprechende Intiativen starten.