„Rahe macht sich stark für die Region“

Espelkamp. Sie gehören zwar unterschiedlichen Parteien an, verstanden sich gestern im Espelkamper Rathaus beim ersten Gespräch unter vier Augen jedoch von Anfang an prächtig. Die Rede ist vom gerade frisch gewählten SPD-Landtagsabgeordneten Ernst-Wilhelm Rahe und vom langgedienten Bürgermeister Heinrich Vieker (CDU). Im Dienstzimmer des Stadtoberhauptes hatte sich der Sozialdemokrat mit seinem neuen Sprecher Hartmut Stickan zum Antrittsbesuch angemeldet. Er war sofort willkommen.

Schließlich arbeitet jeder in seiner Funktion für die Region. Der eine für die Anerkennung und Berücksichtigung des Kreisgebietes im Metropolen orientierten Düsseldorf und der andere für die Weiterentwicklung der Stadt und deren Wohlergehen.

So fanden beide schnell in vielen Themen schnell Übereinstimmung – jenseits von parteipolitischem Kalkül. Beispielsweise in der Integrationspolitik. Rahe gehört dem entsprechenden Fachausschuss des Landtages an und möchte die Erfahrungen, die Espelkamp in Jahrzehnten gemacht hat, mit nach Düsseldorf nehmen. „Es ist beispielhaft, was ihr hier mit Euren Nachhilfe-Projekten leistet“, so der Sozialdemokrat. Die weitere Entwicklung der Berufskollegs liegt bei den Männern ebenfalls sehr am Herzen.

Beispielsweise im Elektrotechnikbereich und im Maschinenbau. Rahe: „Dies ist umso wichtiger, weil aufgrund der demographischen Entwicklung gerade auch in Espelkamp in den kommenden Jahren einige Schulgebäude leerstehen werden.“

Hier müssten neue Wege gegangen und ausprobiert werden. „Dies ist ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist“, so Bürgermeister Heinrich Vieker, der interessantes Zahlenmaterial mit ins Gespräch gebracht hatte.

So waren zum 31. Dezember 2011 knapp 11.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Espelkamp gemeldet, ebenso 833 Stellen für Auszubildende. Heinrich Vieker freute sich auch über die Tatsache, dass es in Espelkamp eine ausgeglichene Geburten- und Sterbebilanz gebe. „Das ist schon seit vielen Jahren so und sehr stabil.“

Allerdings ist der Rückgang der Geburtenrate eklatant. Noch vor zehn Jahren kamen in Espelkamp 375 Jungen und Mädchen zur Welt.

Seit einigen Jahren hat sich diese auf dem deutlich niedrigeren Niveau von 250 bis 275 Geburten stabilisiert. Somit ist auch der Bevölkerungssaldo nicht mehr so negativ wie in den vergangenen Jahren. 2011 lag das Minus bei gerade einmal 21 Bürger, die weniger in Espelkamp wohnen. „Angesichts der Tatsache, dass in allen übrigen Kommunen und Gemeinden im Kreisgebiet inzwischen deutliche Rückgänge zu verzeichnen sind, ist das sehr bemerkenswert“, lobt Rahe.

Vieker hat darauf die passende Antwort: „Die Menschen ziehen dort hin, wo auch Arbeit zu finden ist. Unser Dank gilt hier vor allem unseren vielen Familien geführten Unternehmen, die dem Standort treu sind.“

Beim Glücksspiel-Staatsvertrag wird es in NRW vor dem Landtag im September ein Anhörungsverfahren geben. Da Rahe auch Mitglied des Landtags-Hauptausschusses ist wird sich auch der Sozialdemokrat wohl positionieren müssen. „Die Sache wird er für die Region deutlich in den Vordergrund stellen. Insbesondere für Espelkamp und Lübbecke. Das ist eine große Hausnummer für die beiden Städte“,so Vieker.

Er spricht hier von 20.000 Menschen, die in beiden Städten direkt oder indirekt von einer Gesetzesänderung betroffen wären, da sie etwas mit der Gauselmann-Gruppe zu tun haben. Ebenso werde dies große Auswirkungen auf die Entwicklung der Gewerbesteuer-Einnahmen in beiden Kommunen haben. „Wir werden eine umfassende Anhörung haben und umfassend beraten“, so Ernst-Wilhelm Rahe.

(Text und Foto: Karsten Schulz – Neue Westfälische)