Zu Fuß auf der Autobahn

SPD Minden-Lübbecke informiert sich vor Ort (Foto: Jens Vogel)

Bad Oeynhausen. Der Hahnenkamp wächst. Wenn der Tunnel für die Nordumgehung fertig ist, wird die Grasnarbe zwei Meter höher sein als jetzt. Bei der Besichtigung der Trasse für die A30 – zu der die SPD eingeladen hatte – erfuhren mehr als 110 Teilnehmer aber auch, dass es Überflughilfen für Fledermäuse gibt, dass eine Brücke gewaltig im Verzug ist und eine weitere Seilbrücke mit Pylon gebaut wird.

Für Busfahrer Heiko Bunkowski von Bremmert Reisen war es eine Premiere. Als Geisterfahrer war er Freitagnachmittag in Eidinghausen auf der neuen Autobahn unterwegs. Dafür hatte er grade zuvor den Segen von ganz oben bekommen – von Andreas Meyer, Chef bei Straßen NRW. Der führte zusammen mit A30-Projektleiter Tobias Fischer und Mitarbeiter Jörg-Achim Zweck die Gäste der SPD über die Großbaustelle. Und weil sich so viele zu der öffentlichen Veranstaltung angemeldet hatten, machten sich zwei Busse auf den Weg.

Los ging’s am Tunnel in Dehme. In wenigen Wochen wird zehn Meter tief gebuddelt. Die überschüssige Erde kommt per Lastwagen nach Löhne. „Über die Mindener Straße und zum Teil wohl über die Werster Straße – das wird sich nicht vermeiden lassen“, sagte Andreas Meyer. Damit die Lkw aber „sauberen Fußes“ auf die Straßen kommen, wurde extra eine Reifenwaschanlage gebaut.

Dort am Tunnel, wo 150.000 Kubikmeter Erde bewegt und 50.000 Kubikmeter Beton eingebaut werden, wächst später der Hahnenkamp: „Wir werden gut ein bis zwei Meter höher kommen als jetzt – das liegt an der Tunnel-Begrünung“, so Fischer. Und erklärt gleich darauf, wofür die Drainage-Rohre benötigt werden, die auf der Baustelle lagern. „Das Grundwasser steht hier mit einem Meter relativ nah unter der Oberfläche, das müssen wir absenken, damit wir eine trockene Baustelle und keine nassen Füße haben.“

Die Liste an Informationen scheint schier unerschöpflich. Meyer erklärt die Handhabung der Steinkamp-Quellen, dass die Abnutzung bei einer Brückenüberfahrt mit dem Lastwagen 150.000 Überfahrten mit dem Auto entspricht und dass heutzutage keine Deponie-Altlasten mehr bewegt würden („Weil sonst vermehrt Stoffe austreten würden. Somit ist eine Überdeckung, wie auf der Deponie Groh, ein Schutz.“). Unmittelbar neben der Groh-Deponie wird in wenigen Wochen der Bau für eine Geh- und Radwegbrücke, eine Schrägseilbrücke mit Pylon, beginnen.

Ärger macht aber eine andere Brücke. Die Brücke „Im Meerbruch“ sollte Anfang 2012 fertig sein, doch der Beginn ist bisher kaum sichtbar. Meyer: „Die Firma hat Probleme, unsere Vorgaben umzusetzen, aber wir geben die Hoffnung nicht auf.“ Der Bus rollt weiter, vorbei an frisch angepflanzten Bäumen zwischen Eidinghausener Straße und Industriegebiet – eine sogenannte Überflughilfe. „Die Bäume werden die auf die A30 zufliegenden Fledermäuse auf Höhe bringen, damit sie gefahrlos die Autobahn passieren können“, erklärt Meyer. Nach gut 90 Minuten ist dann aber auch sein Wissen erschöpft. „Es war ein kleiner Einblick in eine große Baustelle“, dankt Mit-Organisator Olaf Winkelmann (SPD) und lädt als Erholung zu Würstchen und Bier ein.

© 2012 Neue Westfälische
Bad Oeynhausen, Samstag 11. August 2012

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