Mit Diskretion und Transparenz

Seit mehr als 100 Tagen im Amt – E.-W. Rahe hat sich in Düsseldorf eingelebt.

Von Stefan Koch (Mindener Tageblatt)

„Die große Zahl an Themen, die in kurzer Zeit bearbeitet werden, ist beeindruckend“, sagt Ernst-Wilhelm Rahe. „Das ist effektiv aber auch anstrengend.“ Seit Mai ist der Sozialdemokrat aus dem Mühlenkreis neuer Abgeordneter im Landesparlament. Nach mehr als 100 Tagen auf der Regierungsbank in NRW läuft auch für ihn der politische Alltag nun in geregelter Bahn.

Viel hat sich der gebürtige Bad Oeynhausener vorgenommen, der den Wahlkreis 88 mit den Städten und Gemeinden Espelkamp, Hille, Hüllhorst, Lübbecke, Petershagen, Pr. Oldendorf, Rahden und Stemwede vertritt. So hatte er gleich am Wahlabend, dem 13. Mai, mit einem Online-Tagebuch begonnen, um die Menschen seines Wahlkreises teilhaben zu lassen. „Wichtig ist aber für mich auch Diskretion“, sagt Rahe jetzt. „Im Spannungsfeld von Diskretion und Transparenz ist es schwierig, sich im Tagebuch online zu bewegen.“

Mit Öffentlichkeitsarbeit kennt sich der ehemalige Sozialarbeiter aus, da er von 1988 bis 2010 als Fachberater für Medien in einem Wohlfahrtsverband landesweit tätig war und mehr als zehn Jahre als Fachreferent in der Behindertenhilfe gearbeitet hatte. Über die Themen vor Ort hat er sich bereits bei den Bürgermeisterbesuchen in seinem Wahlkreis kundig gemacht und dabei immer wieder festgestellt, dass die Inklusion als Thema genannt wurde.

„Mein Schwerpunkt in Düsseldorf wird die Inklusion sein“, sagt Ernst-Wilhelm Rahe. Dabei will er das Thema nicht auf das Schulwesen beschränkt, sondern weiter gefasst sehen. Eine gemeinsame Teilhabe am gesellschaftlichen Leben müsse nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch solchen aus anderen Kulturkreisen oder mit anderen Lebensentwürfen möglich sein.

Drei- bis viermal fährt Rahe nun in der Woche nach Düsseldorf. Noch bis zu den Sommerferien hatte er im Landtag kein eigenes Büro und arbeitete in den Räumen von Inge Howe, der SPD-Landtagsabgeordneten des Wahlkreises 89, die nun stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion ist. Dort knüpfte er auch Kontakte zu den anderen Abgeordneten aus Ostwestfalen-Lippe, die er als „sehr kollegial“ bezeichnet. Tätig ist der Sozialdemokrat als ordentliches Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Kinder und Jugend sowie dem Ausschuss für Kultur und Medien und dem Integrationsausschuss. Als stellvertretendes Mitglied steht Rahe dem Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales, dem Hauptausschuss und dem Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Verfügung.

Auch wenn Rahe nach mehr als 100 Tagen im Düsseldorfer Landtag längst Fuß gefasst hat, gibt es immer wieder Überraschendes. „Interessant ist für mich, wie viel Institutionen sich mit Fragen, Bitten und Anregungen an ihren örtlichen Abgeordneten wenden“, meint der Sozialdemokrat. Themen wie die Hähnchenmastanlage in Rahden oder die Verkehrssicherheit an Landstraßen oder Arbeitsplatzsicherheit bei bestimmten Unternehmen der Region kämen dann zur Sprache.