Hohe Auszeichnung für innovatives Projekt in Hüllhorst

Bundessieger: Hüllhorster Delegation mit Laudator Michael Hübner (4.v.r.)
Besondere Erlebnisse in Berlin

Berlin/Hüllhorst. Mehr als 300 Kommunalpolitiker, Fachleute aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Vereinen, Verbänden und anderen Gesellschaften aus ganz Deutschland trafen sich am 27. und 28. Juni in Berlin zum 8. DEMO-Kommunalkongress. Auch eine Hüllhorster Delegation fand sich im Ellington-Hotel ein, um mit dem diesjährigen „Kommunalfuchs 2013“ für das gerade erst offiziell gestartete Projekt „Hüllhorst erleben – ein innovativer Dorfspaziergang“ ausgezeichnet zu werden.

Hochkarätige Politiker wie Olaf Scholz (Oberbürgermeister der Hansestadt Hamburg) eröffnete den Kongress mit einem Referat zum Thema kommunale Wohnungswirtschaft, Andrea Nahles, SPD-Generalsekretärin referierte über „Kommunale Lebenswelten gestalten“, dem Motto der zweitägigen Veranstaltung, denn „Gute Politik entscheidet sich vor Ort.“ Auch die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Frau Dr. Angelica Schwall-Düren, hob die Bedeutung kommunaler und gesellschaftlicher Verantwortung hervor, die sich unter dem sozialdemokratischen Leitsatz „Kein Kind zurück lassen“ auch im Zusammenspiel bundespolitischer Einflussnahme wiederfinden lassen müsste.

„Wir von der DEMO – Demokratische Gemeinde – der größten kommunalpolitischen Zeitschrift, sind überzeugt, dass jede Politik nur so überzeugend sein kann wie Menschen, die sie machen. Deshalb prämieren wir jährlich hervorragende Projekte“, betonte Barbara Behrends, Chefredakteurin DEMO. Behrends zeigte sich vor den Anwesenden sichtlich zufrieden über die „außergewöhnlich engagierten Projekte, die vor Ort erfolgreich seinen und „heute Abend mit dem Kommunalfuchs in vier Kategorien gewürdigt werden sollen.“ Doch bevor der Kongress mit den vielen Workshops und persönlichen Gesprächen seinen Höhepunkt durch die Verleihung des Kommunalfuchses erhielt, sorgte Peer Steinbrück, MdB und Kanzlerkandidat der SPD eine Stunde lang für Begeisterung im voll besetzten Saal: „Ich komme gerade vom Rede-Duell mit Angela Merkel.“ In seiner Rede stellte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Bedeutung der Kommunen in den Mittelpunkt. „In den Städten und Dörfern machen sich politische Entscheidungen zuerst bemerkbar, Schulen, Kindergärten, Sporteinrichtungen und die Infrastruktur wirken sich direkt auf die Lebensqualität aus.“ Steinbrück forderte eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen und stellte nach der Bundestagswahl eine Beteiligung des Bundes bei den kommunalen Bildungsinvestitionen in Aussicht.

„Starke Kommunen schaffen Zukunft“ lautete ein Statement des SGK Bundesvorsitzenden, Norbert Bude, der am Donnerstagabend in seiner Rede zur Preisverleihung die Herausforderungen für sozialdemokratische Kommunalpolitik herausstellte.

So gab Michael Hübner, kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW in seiner Laudatio für die Hüllhorster zu, erst einmal genau nachgeforscht zu haben, „wo Hüllhorst denn überhaupt liegt.“ Hübner hob die Besonderheiten der Gemeinde hervor, die er auf einschlägigen Internetseiten dann gefunden habe. Bei seinen weiteren Recherchen, was sein Heimatort Gladbeck mit Hüllhorst gemeinsam haben könnte, sei er auf etwas gestoßen, das ihn fraglich gestimmt hätte: „Ganze sechs Bürgerinnen und Bürger sind 2009 in die Ilex-Stadt gezogen“, schmunzelte der Laudator, aber warum sie weggezogen seien, das müsste er jetzt noch versuchen, herauszufinden und sicherte den Hüllhorstern zu, sie einmal besuchen zu kommen, denn „dieses Projekt, für das sie heute Abend den Kommunalfuchs 2013 erhalten, ist ein echtes Gemeinschaftswerk.

Dieses tolle Projekt, so Hübner weiter, sei wirklich innovativ, weil es Moderne und Historie mit maßgeblichem bürgerschaftlichen Engagement generationenübergreifend verbindet.

„Das macht uns stolz“, gaben Gemeindeheimatpfleger Dieter Lückemeier, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Reiner Tödtmann und Holger Kleffmann von K13 Marketing an. Damit habe niemand gerechnet. So dankte auch Bürgermeister Wilhelm Henke der Jury sowie Barbara Behrends für den gelungenen Kongress, der es den Hüllhorstern möglich machte, neue Netze zu knüpfen, bekannte Kolleginnen und Kollegen wiederzutreffen und beim abschließenden kommunalen Abend mit Buffet und Musik „zwei informative, wie schöne Tage in Berlin gehabt zu haben.

Auch Peer Steinbrück wünschte sich, „dass es auch nach diesem Kongress so engagiert in den Kommunen und Projekten weitergeht.“

 

MdL Ernst-Wilhelm Rahe, der in Hüllhorst geboren und aufgewachsen ist, betonte am Ende der Veranstaltung noch einmal, dass es gelungen sei, alle Hüllhorster Ortsteile in das Gesamtwerk einzubinden. Denn durch die viele Arbeit, die die Bürgerinnen und Bürger hier eingebracht haben, „ist eine Übersicht über die Besonderheiten ihrer und unserer Heimat entstanden.“

Die Verbindung mit dem Internet, das Recherchieren über die QR-Codes an den fast 100 Informationstafeln, die sich an historischen Orten befinden, „dürfte auch für die jüngere Generation ein Reiz sein, sich mit moderner Technik für ihre Heimat zu interessieren.“