Frühe Hilfen: Jugendämter und Gesundheitskassen wollen Netzwerk ausbauen!

Bis auf den letzten Platz gefüllt: Jugendämter und Gesundheitskassen im Gespräch!

Minden: Konfliktsituationen und Gefährdungen schon für kleinste Kinder ab der Geburt zu erkennen und zu vermeiden. Das ist das Ziel früher Hilfen. für Auf Einladung der SPD Landtagsabgeordneten Inge Howe trafen sich am Montag Vertreter aus allen Jugendämtern im Kreis mit den größten Gesundheitskassen im Café des Prinz-Friedrich in Minden.

Inge Howe erläuterte nochmals den Grundgedanken des Programms „Frühe Hilfen“: Der Fall des kleinen Kevins in Hamburg, der von seinem Vater totgeschüttelt wurde, und der Grundsatz von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ´kein Kind zurücklassen´ haben den Landtag veranlasst im Haushalt 2013 9 Mio. Euro für die Jugendämter zur Verfügung zu stellen. Die Jugendämter im Kreis erhalten daraus knapp 300.000 Euro.

Miriam Frömrich vom Jugendamt der Stadt Minden stellte in ihrem Vortrag die Arbeitsweise der Jugendämter vor: Um mit den knappen Resourcen möglichst viel erreichen zu können, haben die vier Jugendämter aus Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, der Stadt Minden und dem Kreisjugendamt ein Netzwerk gebildet. Zusammen bieten sie Familienhebammen an, die schwangeren Frauen und jungen Müttern bis zum ersten Lebensjahr begleiten und bei Problemen unterstützen. Problemfamilien werden zu Hause aufgesucht und auch ganz praktisch beraten. Weiterhin in Zusammenarbeit mit den heimischen Gynäkologen, Kinderärzten, den Mühlenkreiskliniken, der AWO und der Diakonie und weiteren Sprechstunden für werdende Eltern angeboten. So soll die Angst vor dem Jugendamt genommen werden. Die Jugendämter wollen den Eltern helfen und sie so früh wie möglich bei bestehenden Problemen und Konflikten unterstützen.

Detlef Strunk, stellvertretender Gebietsleiter AOK Nordwest aus Herford, stellte die Angebote seiner Kasse vor, die in ähnlicher Form auch von den anderen Gesundheitskassen geleistet werden.  In der Diskussion wurde deutlich, dass teilweise die Angebote der handelnen Organisationen gegenseitig nicht bekannt sind. Dieses soll jetzt verbessert werden. So sollen zum Beispiel in Flyern gegenseitig auf die Angebote der Jugendämter und der Kassen hingewiesen werden.  Im Bereich Haushaltshilfe bei Alleinerziehenden, Mutter-Kind Kuren, bei extrem Situationen durch Mehrlingsgeburten und bei Kindern psychisch kranker Eltern wollen die Organisationen sich besser unterstützen und vernetzen.

Ernst-Wilhelm Rahe (MdL), Mitglied im zuständigen Ausschuss für Familie und Kinder, lobte besonders die Zusammenarbeit der Jugendämter im Kreis. „Das ist ziemlich einmalig im Land NRW, dass alle Jugendämter im Kreisgebiet ihre Ressourcen bündeln und so viel mehr erreichen, als wenn jeder das Rad wieder neu erfinden will. Ein gutes Beispiel auch für andere Flächenkreise im Land. 

Durch die jetzt geschaffenen direkten Kontakte der Jugendämter mit den Gesundheitskassen erhoffen sich alle beteiligte eine weitere Effizienzsteigerung ihrer Arbeit. Inge Howe: „Je früher wir Probleme erkennen und heilen können, umso besser für das Kindeswohl und die Gesellschaft. Psychische oder körperliche Schädigungen von Kleinstkindern führen zu lebenslangen Folgekosten. Darum ist die Arbeit und das investierte Geld für ´Frühe Hilfen´ ein wichtiger Ansatz!