„Weseranlieger nicht für dumm verkaufen!“

„K+S“ hat in ihrer eigenen Pressemitteilung vom 21. Januar erklärt, dass es den Bau einer Pipeline zur Oberweser favorisiert, unter anderem deshalb weil der Bau einer Fernleitung zur Nordsee nach Unternehmenseinschätzung nicht bis 2020 zu realisieren sei. Stattdessen hat das Unternehmen gleich nach Unterzeichnung des Koalitionsvertrages zwischen CDU und Grünen in Hessen einen Antrag für ein Raumordnungsverfahren zum Bau einer Pipeline zur Oberweser mit dem Bau eines Speicherbeckens beantragt. „Es wird der Eindruck erweckt, dieses sei ein erster Bauabschnitt zu einer später möglichen Fernleitung bis zur Nordsee! Tatsächlich wird damit eine finale Entscheidung zur dauerhaften Einleitung der Salzlake in die Weser festgeschrieben!“ so Inge Howe weiter.
Der Bau eines Speichersees eventuell im Reinhardswald in Nordhessen wird jedoch nur für eine Pipeline zur Oberweser notwendig. Um die nach Unternehmensangaben ab 2015 noch anfallenden Salzabwässer überhaupt in die Weser einleiten zu können wird der Speichersee benötigt. Die Weser kann laut Einleitungsgenehmigung nur Abwässer aufnehmen falls sie Hochwasser führt. In Normal- oder Niedrigwasserphasen darf K+S keine Salzlauge einspülen. Daher wird eine Zwischenspeicherung benötigt, die laut Gutachtern mindestens eine gesamte Jahresmenge fassen muss. Der Speichersee wird entsprechend mit einer Kapazität von mehr als 7 Millionen Kubikmetern Abwässern zu bauen sein. „Das ist ein immenser Eingriff in die Natur und eine Folgebelastung für die Ewigkeit“ kritisiert Inge Howe dieses scheinbar mit der Politik aus Hessen von CDU und Grünen abgestimmte Verfahren. „Und dauerhaft werden dann die Abwässer über die Weser entsorgt und die Unterlieger damit belastet. Wer einmal diesen Eingriff in die Natur gemacht hat, wird wohl kaum mehr anschließend noch eine Pipeline zur Nordsee bauen.“ Für die Fernleitung zur Nordsee wäre ein solches Speicherbecken nicht notwendig, da dorthin fortlaufend entsorgt werden könnte. Auch die Leitungsquerschnitte könnten dann deutlich geringer ausfallen. „K+S tut so als wenn die beiden Systeme sich ergänzen könnten. Damit täuscht man die Anlieger, den Naturschutz und letztlich auch den Arbeitnehmern. Dieses habe ich von einem börsennotiertem Unternehmen nicht erwartet.“