E.-Wi. Rahe besucht Gesamtschule

Medienunterricht praktisch, erlebbar und kreativ
Urlaub ist toll. Marie und Filice zeigen dem Politiker E.-Wi. Rahe, wie sie Bilder über Norwegen und Frankreich mit PowerPoint bearbeiten. Hannah (hinten links) arbeitet indes akribisch weiter.

Im Laufe der Zeit als Medien-Berater haben sie viele Erfahrungen sammeln können und entwickeln gerade zusammen mit den Lehrkräften Sabrina Selle, Sabine Hylla und Michael Köhler neue Konzepte. Der heimische Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) – u.a. Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien – besuchte im Rahmen des Projektes „Tag der Medienkompetenz“ am Mittwochvormittag die Gesamtschule.

 

Marcel Hinkel und Jannik Sturhan sind die Richtigen für die Aufgabe als Medienscouts: „Mir hat mein Lehrer gesagt, ich hätte eine soziale Ader und sei technisch versiert“, erinnert sich Jannik, bevor er an den vier Workshops zum Medienscout teilgenommen hat. Das sei wichtig und mit viel Verantwortung verbunden, ergänzt Jörg Rümpel, stellvertretender Schulleiter. Immerhin müssen die Scouts pädagogisch vorgehen, um den Mitschülern aufzeigen zu können, wo es mit den Medien schwierig werden könne. Anstecken ließ sich da auch Marcel sofort, der ebenfalls zum Medienscout ausgebildet ist. „Unsere Erfahrung ist, dass die Schüler nicht so ohne weiteres auf uns zukommen, wenn es Probleme gibt. Die versuchen sie erst untereinander zu klären. Deshalb haben wir uns etwas Neues ausgedacht, um die Hemmschwelle zu verringern.“, so die Scouts. Denn: Alle 1.329 Schülerinnen und Schüler sollen auch von diesem Angebot profitieren können und „vor allem wissen, dass wir so etwas anbieten!“, so Marina Butschkat-Nienaber, Leiterin der Schule. Medienpolitiker Rahe interessierte sich auch für die Vorgehensweise der Scouts und wie sie die praktische Umsetzung des Projektangebots für die Schüler einschätzen: „Funktioniert es, dass Schüler anderen Schülern den Umgang mit Medien zeigen?“ Für das Offene Mittagsangebot (OMA) haben Marcel und Jannik zusammen mit den Lehrerinnen Sabine Hylla und Sabrina Selle beispielsweise Computerspiele genau unter die Lupe genommen, die in dieser Zeit zum Spielen angeboten werden. Aber auch die PCs, die zeitgleich zu Recherchezwecken zur Verfügung stehen, bleiben nicht unbeaufsichtigt. „Gemeinsam mit Schülern haben wir erarbeitet, was gefährliche Spiele sind, was es mit der Altersfreigabe auf sich hat, wir haben Regeln aufgestellt und vieles mehr.“, beschreiben die vier Medienexperten der Schule. Da sei auch mal eine klare Ansage nötig: „Das geht nicht! Dafür seid ihr zu jung! Das ist eigentlich nicht mal was für uns!“, zeigen sich Marcel und Jannik verantwortungsbewusst und entschlossen. Rahe: „Medienkompetenz ist in der Zukunft immer bedeutsamer – nicht nur für die Schüler sondern auch für ihre Eltern!“ Deshalb sei er froh, „dass wir von der Landesmedienanstalt (LfM) dieses Programm aufgelegt haben.“, so das Mitglied der LfM-Medienkommission weiter.

Die Scouts seien hoch motiviert, aber man müsse unbedingt bei den Jüngsten mit der Medienbildung anfangen, ist Michael Köhler, seit fünf Jahren Medienbeauftragter der Gesamtschule, überzeugt. So werden die neuen Fünftklässler auch im 1. Schulhalbjahr schon an die Neuen Medien praktisch herangeführt. In Kleingruppen von maximal 15 Schülern erarbeitet gerade Fachlehrer Dennis Take den kreativen Umgang mit dem Programm Power Point. „Ich füge Bilder ein und animiere sie, die was mit Flugzeugen zu tun haben. Das interessiert mich!“, beschreibt der Fünftklässler Bastian, „und das ist gar nicht so schwer. Herr Take hat uns das erklärt!“ Rahe ließ sich von den Schülerinnen und Schülern zeigen, was sie mit dem Programm schon alles können. „Das ist ein guter Weg, sie für die unterschiedlichen Programme zu begeistern und gleichzeitig auf spielerische Weise Technik wie kompetente Nutzung zu vermitteln – auch für den Unterricht.“

Grimme Direktorin Dr. Frauke Gerlach: „Peer-Education bedeutet Medienbildung auf Augenhöhe, die Medienscouts der Gesamtschule Hüllhorst zeigen nicht nur, wie es geht; sondern, dass sie ihre Erfahrungen auch selbst kritisch evaluieren und uns Rückmeldung geben können.“

Doch die Erfahrungen haben auch gezeigt, dass es noch viele Möglichkeiten geben könne, um die „Medienscouts zu unterstützen, um die Arbeit vor Ort noch effektiver zu gestalten“, sind sich die Scouts einig und formulieren an den Politiker einen Wunsch: „Persönliche Updates! Regelmäßige Treffen mit anderen Medienscouts in NRW oder aus dem Kreisgebiet zum Austauschen.“ Auch, dass sie von der Landesanstalt für Medien mehr Infomaterial bekommen, regelmäßige E-Mails mit Neuerungen und wichtigen Informationen, sei wichtig, so Hylla und Selle. Toll fänden sie ebenso einen Besuch von Verantwortlichen der Landesanstalt für Medien (LfM) NRW und einer Art Weiterbildung, formulierten die Scouts, die auch aus den jüngeren Jahrgangsstufen weitere Medienscouts dazubekommen sollen, damit jede Altersgruppe einen kompetenten Ansprechpartner hat.

Die Hüllhorster Gesamtschule zeigte anhand ihrer vielfältigen Medienprojekte, dass sie „in Sachen Neue Medien“ längst die Nase vorn haben . Sie sind eine von 10 Schulen im Mühlenkreis, die Medienscouts ausgebildet haben und mit ihnen erfolgreich arbeiten, hob die Schulleiterin hervor. „Die Anregungen, Vorschläge und kritischen Aspekte sind sehr hilfreich. Ich werde sie auf jeden Fall am Tag der Medienkompetenz in Düsseldorf einbringen!“, versprach Rahe. „Mit einem Abgeordneten vor Ort einmal sprechen zu können, ist toll“, bedankten sich Marcel und Jannik am Ende des gemeinsamen Vormittags, der im Rahmen des landesweiten Medienkompetenztages im Vorfeld offiziell als „Aktion vor Ort“ stattfindet.

 

Ausblick

Am 17. November 2014 wird im Landtag von Nordrhein-Westfalen zum Tag der Medienkompetenz interessierten Bürgerinnen und Bürgern vormittags ein Bühnenprogramm angeboten, eine Ausstellung mit vielfältigen Informations- und Mitmachangeboten für Jung und Alt, ein Medienkompetenz-Kino mit Kurzfilmen sowie Diskussionsmöglichkeiten mit den Abgeordneten aller Parteien. In fünf parallelen Arbeitsgruppen geht es um “Online Stammtische zu Verbraucherfragen“, “WhatsApp, Facebook & Co. – Eltern informieren und motivieren!”, die “Medienscouts NRW – Jugendliche beraten Jugendliche“, das “Netzwerk Medienpädagogik NRW – Kompetenz für die Jugendhilfe” mit sechs Einrichtungen aus NRW und um eine “Cryptoparty”.

Das detaillierte Programm ist zu finden unter

www.tagdermedienkompetenz.de

 

Info

Der Tag der Medienkompetenz 2014 ist eine Veranstaltung des Landtags und der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Unterstützt wird die Veranstaltung von Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Nordrhein-Westfalen. Organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung im Auftrag des Landes NRW vom renommierten Grimme-Institut.

Eine Übersicht der Projekte findet sich unter: www.tagdermedienkompetenz.de/aktionen-vor-ort/