CyberCops und Medienscouts knüpften Netze und informierten sich

Infos und Diskussion im Landtag. Ernst-Wilhelm Rahe und Inge Howe freuten sich über den Besuch der Schülergruppen, Lehrkräfte und Medienpädagogen aus dem Kreisgebiet.
In der LfM: Die CyberCops und Medienscouts im Mittelpunkt der Diskussion. Die Jugendlichen zeigten reges Interesse im Austausch mit MdL E.-Wi. Rahe sowie Holger Girbig (LfM).
Im fachlichen Austausch: Marcel Butzkies, Heye Voss (Dozenten Medienwerkstatt), Kordula Pasch (Lehrkraft Herder Gymnasium Minden) und MdL Ernst-Wilhelm Rahe.

 

49 CyberCops und Medienscouts mit einigen Lehrerinnen und Lehrern waren im nordrhein-westfälischen Landtag  und fühlten dem Medienpolitiker Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) auf den Zahn: „Den Anstoß zu dieser gemeinsamen Exkursion gaben die von der Landesanstalt für Medien (LfM) NRW zu Medienscouts ausgebildeten Schüler der Gesamtschule Hüllhorst (siehe Infokasten). Sie wünschten sich bei meinem Besuch am Tag der Medienkompetenz, auch andere Medienscouts aus dem Kreis kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen und mehr Informationen von der LfM zu bekommen!“, so Rahe.  

Parallel zu den Medienscouts bildet das Netzwerk “CyberCops” im Kreis Minden-Lübbecke  bereits seit vielen Jahren Schülerinnen und Schüler in Peer to Peer Projekten aus (Medienwerkstatt Minden-Lübbecke in Kooperation mit Kriminalhauptkommissarin Birgit Thinnes vom Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz).

Für beide Zweige der Medienkompetenzförderung steht im Mittelpunkt, mehr über Risiken, Gefahren aber auch den sicheren Umgang mit Medien und den Sozialen Netzwerken zu erlernen.

„Wichtig ist vor allem, dass die ausgebildeten Schülerinnen und Schüler anderen Jugendlichen an ihrer Schule bei Sorgen und Problemen zu helfen!“, betonen die Medienpädagoginnen der Medienwerkstatt Susanne Johanning und Ulla Ferling.

In der Diskussion mit dem Medienpolitiker Rahe tauschten sich die Schülerinnen und Schüler auch über derzeit aktuelle Themen aus: „Warum brauchen wir überhaupt öffentlich-rechtliche und private Sender? Kann man die nicht einfach zusammenlegen?“, lautete beispielsweise eine Frage der Schüler, über die auch kontrovers in ihren eigenen Reihen beratschlagt wurde: „Kann man nicht alles öffentlich-rechtlich machen und die Rundfunkgebühren dafür erhöhen?“ Werbefreiheit und „7-Tage-Regelung“ im WDR, Netzneutralität, W-LAN an öffentlichen Plätzen und in Einrichtungen, Offene Netze und „Störerhaftung“ waren die weiteren Themen.  

Auch die acht Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Schüler vom Gymnasium Rahden , dem Herder Gymnasium Minden, dem Rats-Gymnasium Minden , dem Immanuel Kant Gymnasium , der Realschule  Bad Oeynhausen und  der Gesamtschule Hüllhorst  zu dieser Fahrt in den Landtag begleiteten, zeigten sich interessiert wie auch besorgt: „W-LAN frei zugänglich auch an unseren Schulen? Das geht nicht. Und: Dürfen Kinder unter 10 Jahren einfach bei ´whats app` mitmachen?“ Die Schwierigkeit sei deutlich: so wären sie unter den Mitschülern „außen vor“, wenn sie sich diesem Kommunikationsweg entzögen, das immerhin erst ab 16 freigegeben ist.

Sowohl die vier Medienscouts, als auch die 23 CyberCops machten den Erwachsenen klar, dass es nicht gut sei, zu verbieten, was auch nicht ginge, „dann machen sie es eben trotzdem“, so ein Schüler schmunzelnd. Vielmehr ginge es darum, den Mitschülern zu zeigen, was alles passieren kann. Vier Schüler der Realschule Hausberge nutzen als künftige CyberCops/Medienscouts die Gelegenheit, sich mit den bereits geschulten Schülern auszutauschen und Netze zu knüpfen.

Verantwortungsbewusstsein und fachliche Kompetenz zeigten die Medienscouts und CyberCops auch beim anschließenden Besuch in der LfM, den MdL Rahe als Mitglied der Medienkommission organisiert hatte. Holger Girbig, Hanna Jo vom Hofe und Lara Zeyßig aus der LfM: „So viele Schüler haben wir hier noch nicht gehabt.“ Und es sei beeindruckend, dass es im Mühlenkreis diese Struktur gäbe. Einmalig war auch der „Workshop-Charakter“ dieses Besuches. Die LfM hatte konkrete Aufgaben zur Medienkompetenz formuliert, die in fünf Gruppen bearbeitet und dann gemeinsam ausgewertet wurden. Auch hier zeigte sich der Bedarf an weiterem Austausch der jungen Medienexperten im Kreis Minden-Lübbecke. „Darum werden wir von der Medienwerkstatt diese Netze stärken, um diese medienpädagogische Kompetenz dauerhaft zu erhalten“, so Susanne Johanning und Ulla Ferling.

 

Infokasten Medienscouts:

Die Medienscout-Ausbildung richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Jahrgangsstufen in der Sekundarstufe 1. Pro Schule können bis zu 4 Medienscouts ausgebildet werden. Als feste Ansprechpartner und zur Unterstützung werden außerdem je 2 Beratungslehrer/innen mit Blick auf Medieninhalte, rechtliche Grundlagen etc. geschult. Die LfM qualifiziert die auszubildenden Medienscouts und deren Beratungslehrer/innen in vier jeweils ein- bis zweitägigen Workshops zu den Themen: Internet und Sicherheit, Social Communities, Computerspiele, Handy, Beratungskompetenz, Kommunikationstraining und Soziales Lernen.  (Quelle: LfM) Film von und über Medienscouts: http://www.medienscouts-nrw.de/

 

Infokasten CyberCops:  

Die Ausbildung ist 2011 als ein Peer-to-Peer-Medienprojekt  des Netzwerkes  Cyber-Cops Minden-Lübbecke- gestartet. Zu den Kooperationspartnern gehören: Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke, Kommissariat Kriminalitätsvorbeugung, Opferschutz /Medienwerkstatt Minden-Lübbecke e.V./Fachstelle Suchtvorbeugung des Kreises Minden-Lübbecke/Deutscher Kinderschutzbund e.V. Minden-Bad Oeynhausen/Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Minden/Kompetenzteam NRW für den Kreis Minden-Lübbecke/Schulen des Kreises Minden-Lübbecke/Klicksafe – Die Initiative für mehr Sicherheit im Netz. Jugendliche ab 13 Jahren aus Schulen oder Jugendeinrichtungen haben die Möglichkeit, sich ausbilden zu lassen. Näheres im Internet unter: Netzwerk Cyber Cops