Was Ernst-Wilhelm Rahe im Landtag für den Mühlenkreis erreichen will

Bereits von 2012 bis 2017 war der Hüllhorster Ernst-Wilhelm Rahe SPD-Landtagsabgeordneter. Bei der Wahl 2017 verfehlte er knapp das Direktmandat. Jetzt rückt der 60-Jährige in den Düsseldorfer Landtag nach.

Interview von Kirsten Tirre und Chefredakteur Frank Hartmann mit Ernst-Wilhelm Rahe

Ihr früherer Landtagskollege Guido van den Berg ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Dadurch rücken Sie nun in den Landtag nach. Mit welchen Gefühlen?

Rahe: Ich bin sehr traurig über den frühen Tod meines ehemaligen Fraktionskollegen und trete seine Nachfolge mit einem Kloß im Hals an, denn gerecht ist das nicht.

Ich hätte mir gern einen anderen Anlass für das Nachrücken in den Landtag gewünscht, doch man kann es sich im Leben nicht immer aussuchen.

Was sagt Ihr Arbeitgeber, der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW, zu wann lässt er Sie gehen?

Rahe: Ich habe mich in den letzten zwei Jahren intensiv an der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes für Menschen mit Behinderung in NRW beteiligt.

Wir haben einen neuen Landesrahmenvertrag für die Eingliederungshilfe verhandelt und werden dies innerhalb der nächsten vier Wochen wohl abschließen können.

So gesehen war es ein günstiger Zeitpunkt und ich werde nach Möglichkeit bis zum Schluss dabei bleiben.

Und Ihre Frau?

Rahe: Na ja, das Familienleben wird sich wieder drastisch verändern, doch wir hoffen, dass ich mir einige Freiräume für uns und unseren Enkel erhalten kann.

Sie stand von Anfang an hinter meiner Arbeit im Landtag und hat mich unterstützt. Wir freuen uns beide darüber, dass die unkalkulierbare Wartezeit nun ein Ende hat.

Was haben Sie an der politischen Arbeit im Landtag während ihrer „Wartezeit“ auf einen Sitz am meisten vermisst?

Rahe: Die Kontakte mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Landtagsfraktion und die direkten Informationen habe ich vermisst.

Außerdem sind die Gespräche im Wahlkreis in den letzten zwei Jahren etwas weniger geworden, doch ich habe versucht, sie so gut wie möglich aufrecht zu erhalten.

Auf Ihrer Facebook-Seite schreiben Sie, im Sinne von Guido van den Berg unsere Welt Stück für Stück besser zu machen.Wie wollen Sie das erreichen?

Rahe: Als Abgeordneter muss man versuchen, die Probleme „vor Ort“ zu lösen oder wenigstens dabei mitzuhelfen. Außerdem werde ich mich fachlich mit meinen Themen in die Gesetzgebung einbringen.

Da gibt es viel zu tun, um die Gerechtigkeit und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu verbessern.

Und was sind Ihre Top-drei-Ziele für den Mühlenkreis?

Rahe: Erstens: Die Unterstützung des vielfältigen bürgerschaftlichen Engagements in den 93 Dörfern und Stadtteilen meines Wahlkreises.

Zweitens, Netze knüpfen zwischen Institutionen, Unternehmen und Initiativen, damit sie sich bei der Weiterentwicklung unserer Region gegenseitig erfolgreich machen können.

„Unsere Orte enkelfähig machen“

Drittens: Eine gute Grundlage für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im
Mühlenkreis zu schaffen. Der Begriff „unsere Orte enkelfähig machen“
trifft es schon ganz gut.

Freuen Sie sich schon auf die Zusammenarbeit mit Bianca Winkelmann und Kirstin Korte?

Rahe: Im Parlament kontrolliert die Opposition die Regierung und die sie tragenden Parteien. Das sind unsere demokratischen Spielregeln.

Im Kreis Minden-Lübbecke und auch in Düsseldorf haben wir immer gut zusammen gearbeitet, wenn es um die Interessen unserer Region geht. Auf diese Zusammenarbeit freue ich mich weiterhin.

Sie sind ja als sachkundiger Bürger für die Hüllhorster SPD im Ausschuss
für Familie, Sport und Kultur. Werden Sie dieser Aufgabe weiter
nachkommen können?

Rahe: Der Ausschuss trifft sich ein bis zwei Mal im Jahr. Das wird wohl zu machen sein. Mir ist die Mitarbeit in der Ratsfraktion wichtig, um den Kontakt zur Basis zu halten.

Außerdem werde ich mich nach Möglichkeit weiter im örtlichen „Bündnis für Familie“ ehrenamtlich einsetzen.

Quelle: NW vom 09.05.2019