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Wie die app memrise reisen nicht nur leichter, sondern auch tiefgründiger machen kann

Wie die app memrise reisen nicht nur leichter, sondern auch tiefgründiger machen kann

Wenn ich reise, suche ich nicht nur nach neuen Orten, sondern nach kleinen Einsichten, die sich nur durch Begegnung ergeben. Sprache ist dafür ein Schlüssel. In den letzten Jahren habe ich immer wieder die App Memrise benutzt — zuerst eher aus Neugier, später bewusst als Teil meiner Reisevorbereitung. Was mich überrascht hat: Memrise macht Reisen nicht nur praktischer, sondern auch tiefgründiger. Im Folgenden teile ich meine Erfahrungen, praktische Tipps und Antworten auf Fragen, die sich viele Reisende stellen, wenn sie eine Sprachlern-App einsetzen.

Warum eine App wie Memrise auf Reisen nützlich ist

Oft stellen mir Freunde die Frage: «Reicht nicht Englisch?» Natürlich kann Englisch vieles vereinfachen, doch es reicht selten für echte Begegnung. Mit ein paar Sätzen in der Landessprache öffnet man Tür, Herz und Gespräch. Memrise hat für mich zwei klare Vorteile:

  • Praktische Alltagssprache: Die Kurse enthalten oft nützliche Phrasen für Verkehr, Einkaufen, Essen bestellen oder Smalltalk.
  • Spaced Repetition und Audioaufnahmen: Durch wiederholte, gut getimte Wiederholungen und native Speaker-Aufnahmen bleibt Neues besser haften — das hilft vor allem unterwegs, wenn man nicht viel Zeit zum Lernen hat.
  • Das Ergebnis: Ich bin häufiger in der Lage, Passanten, Taxifahrern oder Marktverkäufern unmittelbare Wertschätzung zu zeigen — ein Satz auf Polnisch, ein Dank auf Griechisch. Kleine Gesten, große Wirkung.

    Wie ich Memrise in meine Reisevorbereitung einbaue

    Meine Routine vor einer Reise ist simpel, aber effektiv. Etwa zwei Wochen vor der Abreise starte ich mit Memrise. Ich lege mir einen Kurs an, der Basisvokabular und Alltagssituationen abdeckt — in der Regel reichen mir 30–45 Minuten Lernzeit pro Woche vor der Reise. Wichtig ist, dass ich mir konkrete Lernziele setze:

  • 20 nützliche Phrasen, die ich sofort anwenden kann (z. B. «Wo ist die Toilette?», «Wie viel kostet das?»)
  • 10 Schlüsselwörter zu meiner Reiseaktivität (Museum, Zug, Fahrradverleih, Öffnungszeiten)
  • eine kurze Selbstvorstellung
  • Während der Reise nutze ich Memrise täglich 5–10 Minuten: vor dem Aufstehen beim Kaffee, im Zug oder während einer Pause. So bleibt das Gelernte präsent, und ich kann die Wörter unmittelbar testen — im Gespräch oder beim Bestellen.

    Persönliche Geschichten: Begegnungen dank ein paar Worten

    Ein Erlebnis bleibt mir besonders im Gedächtnis: In einem kleinen portugiesischen Fischerdorf bestellte ich Muscheln, ohne auf Englisch auszuweichen. Die Verkäuferin lächelte, korrigierte meine Aussprache sanft und schenkte mir zum Abschied eine kleine Muschel. Solche Momente verändern die Art, wie man einen Ort erlebt. Sprache ist keine Pflicht, sie ist ein Ritual der Achtung gegenüber dem anderen.

    Ein anderes Mal, in Japan, half mir eine einfache Frage aus Memrise, eine Diskussion über lokale Essgewohnheiten zu beginnen. Die Reaktion war nicht nur hilfreich, sondern öffnete die Tür zu einem spontanen Abendessen bei einer Familie. Ich hätte diesen Austausch verpasst, wäre ich nur auf Englisch geblieben.

    Antworten auf häufige Fragen

    Viele Leser fragen mich: «Kann man mit Memrise wirklich sprechen lernen?» oder «Reicht eine App?» Meine Antworten sind pragmisch:

  • Kann man fließend werden? Nicht allein mit Memrise. Die App ist hervorragend für Wortschatz, Aussprache durch kurze Audioeinheiten und Motivation durch Gamification. Für fließende Konversation braucht es ergänzende Praxis: Gesprächspartner, Tandem-Apps oder Sprachkurse.
  • Wie viel Zeit ist sinnvoll? Fünf bis zehn Minuten täglich sind oft effektiver als lange Sessions am Wochenende. Memrise ist darauf ausgelegt, kurze Wiederholungen in den Alltag zu integrieren.
  • Was, wenn die App Fehler macht? Keine App ist perfekt. Man sollte die Inhalte kritisch betrachten und mehrere Quellen nutzen — lokale Redewendungen lernt man am besten vor Ort.
  • Praktische Tipps für maximale Wirkung

    Aus meiner Erfahrung funktioniert Memrise am besten, wenn man es bewusst und kombiniert einsetzt:

  • Kombiniere Memrise mit Offline-Notizen: Ich schreibe mir eine kleine Karte mit den wichtigsten Sätzen, die ich jederzeit hervorholen kann.
  • Nutze die Audioaufnahmen als «Wärmer» vor Gesprächen: Ein kurzes Abspielen der Phrase verbessert Aussprache und Selbstvertrauen.
  • Sorge für Kontext: Lerne Phrasen, die du wirklich brauchst — nichts ist demotivierender als Vokabeln, die man nie benutzt.
  • Verbinde die App mit realen Zielen: Verabrede ein Gespräch mit einem Einheimischen, mache einen Marktbesuch oder bestelle gezielt ein Gericht.
  • Vergleich: Memrise und andere Lernwege

    Memrise Sprachschule Tandem / Austausch
    Kosteneffizienz Günstig bis kostenlos Teurer Meist kostenlos
    Praxisbezug Gut für Alltagssprache Sehr gut strukturiert Sehr praxisnah
    Interaktion Begrenzt (Audio, Quiz) Hohe Interaktion Sehr hoch
    Flexibilität Sehr flexibel Wenig flexibel Flexibel

    Memrise eignet sich hervorragend als Einstieg und tägliche Begleitung, ergänzt durch reale Gespräche oder formalen Unterricht, wenn man tiefer eintauchen möchte.

    Technische und ethische Überlegungen

    Ein Thema, das oft übersehen wird, betrifft Datenschutz und Abhängigkeit von Technologie. Ich achte darauf, Offline-Funktionen zu nutzen, weil man nicht immer Internet hat. Zudem halte ich es für wichtig, die App als Werkzeug zu sehen — nicht als Ersatz für echtes Interesse an Kultur und Menschen. Sprache lernen bedeutet auch, offen für Fehler und Korrekturen zu sein.

    Zum Mitnehmen

    Memrise hat meine Art zu reisen verändert: Es hat mich nicht nur sprachlich vorbereitet, sondern mir geholfen, mit mehr Sensibilität und Neugier zu begegnen. Die App ist kein Wundermittel, aber ein praktischer Begleiter für jene kleinen Schritte, die Begegnungen möglich machen. Wenn Sie das nächste Mal packen, laden Sie nicht nur Kleidung ein — laden Sie ein paar Sätze, ein Ohr für die Aussprache und die Bereitschaft, einen Moment anders zu erleben.

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